Don Kosaken

26.10.2008

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Foto: Günter Schröder (Leopoldshöher Blatt)

Schwarzer Bass trifft klaren Tenor
Männergesangverein Leopoldshöhe und Kosakenchor
offenbaren zwei Welten des Gesangs.
Konzert in Leopoldshöhe am 26.10.2008

Zwei unterschiedliche Kulturkreise begegneten sich auf der Bühne. Der Männergesangverein Leopoldshoehe hatte den Don Kosakenchor Wanja Hlibka eingeladen, und 500 Gäste erlebten in der Leopoldshöher Kirche ein tolles Konzert.
Die einen waren in tiefes Schwarz gehüllt, die anderen ka­men in neuen leuchtend roten Hemden. Die schwarzen Kosaken waren mit gut zwölf Mann in der Unterzahl, die roten Sänger des MGV mit gut 20 fast dop­pelt so stark. Aber keine Angst, es sollte nicht zum Sängerwett­streit kommen, auch wenn sich die Gesangskultur Russlands und Deutschlands doch gewal­tig unterscheiden.
Da ist die Art der Stimmfüh­rung. Während die Russen auf eine harte Stütze (Abstützung der Luftsäule im Körper durch das Zwergfell) setzen, die dem Tenor schnell einen metalli­schen Unterton verleiht, setzt die deutsche Tradition mehr auf die Wirkung des von sich aus kommenden Klanges.
Während die Russen im Porte so auftra­gen, dass sie die Akustik der nun wirklich nicht kleinen Kirche in Leopoldshöhe zu überfordern drohen, lassen sich die Deut­schen von dieser Akustik tragen. Ihr Forte braucht nicht laut zu sein, sondern ist kraftvoll, aber das ohne großen Krafteinsatz.
Diese Unterschiede in der Stimmführung ergeben sich aus einer ganz unterschiedlichen Haltung zu Gott und der Welt. Gott mit einem vor Kraft strot­zenden, in aller Demut stolzen Gestus. Die Deutschen sind aus der Tradition der deutschen Ro­mantik heraus im Hinblick auf
diesen Gestus vorsichtiger, ihr Gesang wirkt inniger, weicher, ergebener und eigentlich schöner.
Natürlich darf nicht uner­wähnt bleiben, dass die Russen Profis und die Deutschen Lieb­haber der Musik sind. Aber alle Darbietungen -ob vom Don Kosaken Chor, der von Wanja Hlibka dirigiert wurde, oder vom Männergesangverein, der von Carola Müller-Schmidt geleitet wurde- fanden begeisterte Aufnahme bei der großen Zuhörerschaft.


 

Bericht der NW Bielefeld von Andreas Schwabe.

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